Sollte man als ULTRÀ denkender Mensch virtuelle Aktionen wie Wir scheißen auf den Manuel (-im Vorfeld des jüngsten Spiels zwischen FC Schalke 04 und FCB auf Facebook von vermeintlichen Schalkern ins armselige Leben gerufen-) überhaupt kommentieren oder die geistige Diarrhoe eines pöbelhaft-unkritischen Fußvolks, das sich offenbar für DIE Nordkurve hält oder sich irrtümlicherweise als Inkarnation des Ultrà-Gedankens betrachtet, einfach ignorieren? Wir würden uns durch Ignorieren der besagten Erscheinung gewiss unangreifbarer machen, aber da wir unserem Credo nach denkende und streitbare Subkultur sind, die einen gedankenlosen Pseudo-Ultrà- und Ultrà-Moden-Mainstream geistig herausfordern wird, schweigen wir zu diesen Vorgängen nicht. Daher üben wir an dieser Stelle Kritik sowohl an dem beschriebenen Übel im genannten „sozialen“ Netzwerk sowie grundsätzliche Kritik am Auftreten der Kurve an besagtem Spieltag.
Warum nun sind Aktionen wie jene auf Facebook sowie das Auftreten großer Teile der Kurve einschließlich ihrer hardcore-Klientel am 18. September nicht ULTRÀ?
Warum nun sind Aktionen wie jene auf Facebook sowie das Auftreten großer Teile der Kurve einschließlich ihrer hardcore-Klientel am 18. September nicht ULTRÀ?
Erklärung
Ultras, die ihre eigene Philosophie ernst nehmen, sehen in der Unterstützung der eigenen Mannschaft den ersten und eigentlichen Grund ihrer Anwesenheit im Stadion. Ziel der Anwesenheit vieler Ultras und anderer Personen in der Nordkurve war es aber am Tag des Spiels gegen den FCB vor allem, sich, simpel gesagt, auszukotzen. Einerseits verständlich, aber in Form und Inhalt weit über alles sinnvolle und erträgliche Maß hinaus.
- Spielatmosphäre dauerhaft zerstört.
- Gezielte Meinungsäußerungen via Spruchband und "Willkommensgruß" reichten der blindwütigen Masse nicht aus, die Mannschaft wurde von ihr durch destruktives Verhalten gegenüber dem ehemaligen und sei er auch noch so kritikwürdigen Ex-Keeper irritiert.
- Sich mehr um sich selbst und den eigenen Frust gekümmert als um das Spiel. In der 2. HZ war die Luft auch aus den Ultras und der NK gewichen wie aus einem alten schlappen Lederball.
- Resultat: Man hat sich erfolgreich ventiliert , dabei aber wertvolle Kraft, die im Support besser investiert gewesen wäre, sinnlos verpulvert – Ergebnis: 0 Punkte und eine nicht geringe Mitverantwortung für diesen Ausgang.
Empörung, Wut, Trauer, auch für uns alles verständlich. Wir haben die Art und Weise Neuers Abgangs selbst heftig kritisiert. Uns geht es hier jedoch -abgesehen davon, dass man an jenem Tag als Ultras GE die Rolle des 12. Mannes gnadenlos verleugnet hat, indem man über weite Strecken eben nicht die Mannschaft unterstützt hat, sondern Aggressionen gegen eine Einzelperson um der eigenen Wut willen geschürt hat- um inakzeptable Grenzüberschreitungen (makabrer Nachruf auf einen angeblich Toten mittels fragwürdigem Transparent, zahllose Sprech-Chöre à la "Arschloch, Wichser, Hurensohn", peinliche Verhöhnung der Person bei jeder auch noch so nebensächlichen Ballberührung), die keine Kritik mehr darstellen, sondern primitivste Verletzungen der Menschenwürde. Wir stellen weiterhin die Behauptung auf, dass das Spiel im übrigen auch aufgrund dieser katastrophal hasserfüllten Atmosphäre letztlich „den Bach 'runterging“. Und es ist NICHT Aufgabe von uns als Ultras, ein Spiel als angeblich 12. Mann zu zerstören, sondern es ist unsere Aufgabe, das Spiel der eigenen Mannschaft zu befördern! Stattdessen hat man sich mehr als 45 Minuten lang fast nur auf das Sich-Auskotzen konzentriert und damít bodenlos übertrieben. Wenn die Menschenwürde so dermaßen tangiert wird wie an jenem Sonntag geschehen, dann muss man mit kritischem Gegenwind rechnen. Am meisten stört uns an dem Auftritt der an sich von uns sehr geschätzten UGE und der NK, dass sie sich in einem Zustand kollektiver Idiotie präsentiert hat, in einem Zustand vollkommenen Kontrollverlusts und in einem Zustand, der uns und viele andere peinlich berührt lässt. Wir erwarten von Ultras mehr Souveränität, mehr Intelligenz, mehr Führungspersönlichkeit und mehr Stolz!
Wir erinnern euch: Wir sind nicht Hooligans, sondern Ultras. Wir sind strukturiert und organisiert, im Handeln wie im Denken. Wir haben den Anspruch, DENKENDE Menschen zu sein, die sich unterscheiden wollen vom gedankenlosen Event-Tourismus. Aus diesem Grunde sind wir hier jedenfalls ALPHA-Ultras GE.
Glückauf.
Glückauf.
