Samstag, 26. November 2011

PYROTECHNIK IST KEIN VERBRECHEN!




Montag, 21. November 2011

A.C.A.H.


All cops are humans.

DENKVERBOTE HALTEN UNS NICHT AUF!

Vergesst das nicht, wenn ihr urteilt.
Auch wir sehen kritisch hin und lehnen es ab, wenn Polizei zu Unrecht Gewalt anwendet.
Auch wir haben etwa zum Polizeieinsatz in Hannover klare und kritische Worte gefunden auf diesem Blog!
Lest!

Trotzdem lassen wir uns nicht vorschreiben, wie wir zu denken haben.

Es ist falsch, alle Individuen, ob Fans oder Polizisten, pauschal zu kriminalisieren.

So wie wir als Fans als Menschen wahrgenommen werden wollen und nicht als Gewalttäter, so wollen auch Polizisten als Menschen wahrgenommen werden und nicht als Gewalttäter.


Pauschalisierungen helfen uns allen nicht weiter - weder auf der einen, noch auf der anderen Seite.
Feindbilder zerstören die wahren Werte der Ultrakultur!

Gebt sie auf und kümmert euch mit uns gemeinsam darum, dass der Fußball nicht noch weiter zum EVENT verkommt, dass Eintrittskarten bezahlbar bleiben, dass Fans sich weiter frei artikulieren dürfen im Stadion auch mit kritischen Beiträgen, dass Fans ihr Tifo-Material mitbringen dürfen, dass Menschen unser Vereinslied auch außerhalb der Nordkurve endlich lernen und auch die Lieder der Nordkurve kennenlernen und mitsingen!

Wir arbeiten gerne mit an all diesen Zielen!

Glück auf!

Mittwoch, 16. November 2011

Es wird konkret...

Zeit und Lust, zu unserem Treffen [AlphaUltras in Entstehung... :D] zu kommen am Freitag hier in GE?

Eigene Ideen, wie ultrà denkende Menschen handeln könnten - gegen Kriminalisierung von Fußballfans, aber auch gegen stupide Parolen wie A.C.A.B.,die dem Individuum nicht gerecht werden können?

Schnauze voll von Unterordnung und Capos?
- Dann seid ihr bei uns richtig.

Auch aus der Ferne könnt und dürft ihr Kontakt aufnehmen zu uns und an unserem Blog mitwirken.
Wir freuen uns auf alle, die es ehrlich meinen!
Bei Interesse einfach mailen (-siehe voriger Artikel).

Glück auf.

Sonntag, 13. November 2011

Mitarbeit bei AlphaUltras

Hallo zusammen,

wer sich für eine Mitarbeit bei uns interessiert, kann sich unter folgender E-Mail-Adresse an uns wenden:


Wir planen ein Treffen voraussichtlich in der kommenden Woche.
Gesucht werden weiterhin Leute jeglichen Alters, die sich beispielsweise an diesem Blog beteiligen möchten und zwar mit sachlichen und konstruktiven Beiträgen und unter Verzicht auf die üblichen pauschalisierten Feindbilder. Unser Ziel ist es, die Fankultur auf Schalke zu ergänzen und weiter zu beleben und langfristig den Schritt aus dem rein virtuellen Raum heraus und in die Welt hinein zu planen - mit EUREN Ideen! Wir verzichten dabei auf eine streng hierarchische Organisationsweise, bei der einer sich dem anderen unterordnen muss, sondern wollen freundschaftlich gleichberechtigt miteinander umgehen.

Glück auf!

AlphaUltras


Freitag, 11. November 2011

Wir erinnern an Gabriele Sandri

Wir erinnern an Gabriele Sandri, Fan von Lazio Rom und ohne jede Schuld, erschossen durch die Kugel eines Polizisten heute vor vier Jahren, am 11. November 2007 auf dem Weg zu einem Spiel seiner Mannschaft.

In den Farben GEtrennt, für die Gerechtigkeit vereint.
  
Divisi nei colori - uniti per la giustizia.








Im Video: Enthüllung eines Gedenksteins für Gabriele Sandri heute am 11. November 2011 am Ort seines Todes.





Inschrift des Gedenksteins:

Mai più 11 novembre. - Nie mehr 11. November.

Quelle und Copyright für das Foto: http://www.fondazionegabrielesandri.it/

Freitag, 4. November 2011

Pyrotechnik: Zum mangelnden Differenzierungswillen des DFB

Am 2. November 2011 veröffentlichte der DFB die Nachricht, dass die Diskussion um Pyrotechnik für DFB und Ligaverband beendet sei. Diese Nachricht setzt mit folgenden Worten ein:

Mit einer klaren Absage an Pyrotechnik, der konsequenten Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz sowie der Gründung einer "Task Force Sicherheit" will der deutsche Fußball die Anstrengungen gegen Ausschreitungen fortsetzen.

Diese Aussage bedeutet im Klartext: Pyrotechnik wird vom DFB in einen generellen Zusammenhang mit Ausschreitungen gebracht. Der darin implizite Umkehrschluss dürfte somit lauten: Wer Pyrotechnik verhindert, handelt verantwortungsvoll und sorgt dafür, dass Gewalt aus den Stadien verbannt wird.

Mit populistischen Thesen wie der oben zitierten begibt sich der DFB auf ein gedankliches Niveau, das auf analytische Fähigkeiten und differenzierendes Denken verzichtet und der üblichen Panikmache und Kriminalisierung von Fußballfans in der von der breiten Masse konsumierten Journaille das Wort redet.

Wir finden: Das ist verantwortungslos.

Gesprächsbereitschaft wird einseitig aufgekündigt, Hooliganismus wird gleichgesetzt mit dem Einsatz von Pyrotechnik.

Wer sich für die Szene interessiert oder zumindest bereit ist, ihr nicht unrecht zu tun, dem müsste der Unterschied zwischen Hooliganismus und Ultrakultur bekannt sein. Hooligans haben sich der Gewalt als Zielpunkt ihres Handelns verschrieben, für moderne Ultras hingegen ist die bedingungslose Unterstützung der eigenen Mannschaft und die Liebe zur eigenen Tradition Dreh- und Angelpunkt ihres Denkens und Handelns. Natürlich schließt auch das leider nicht aus, dass auch in den Ultraszenen Personen auftauchen, die diesen Unterschied zwischen beiden Philosophien entweder nicht kennen oder ihn ignorieren. Nun umso aggressivere Aufrufe von Fans zum Einbringen von Pyromaterial und zu dessen unkontrollierter Abfackelung in den Kurven an kommenden Spieltagen stehen daher leider zu befürchten, werden von uns allerdings keineswegs gutgeheißen, da man auf solche Weise dem Sinn und Zweck sowie dem Ansehen der gesamten Legalisierungskampagne unendlichen Schaden zufügt.

Wir möchten daher an dieser Stelle an die Vernunft aller Beteiligten appellieren: Lenkt euren Frust und eure Enttäuschung in eine konstruktive Richtung, fördert weiter den Dialog, bleibt sachlich und fair, auch wenn man euch unsachlich und unfair behandelt von der Seite des DFB. Wir wollen zeigen, dass unser Denken differenziert bleibt und dass es uns darum geht, die Kurven schöner zu machen mittels verantwortungsvoller Pyrotechnik. Feuerwerkskörper sollen nicht Angst und Schrecken verbreiten, sondern unserer Liebe zu unseren Vereinen Ausdruck verleihen. Wenn wir sie nun als Mittel des Protests und als Ausdruck der Wut zum Einsatz bringen, werden wir die Situation nicht verbessern, sondern verschlimmern.

Niemand vergesse:

Gerade die Kampagne Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren hat immer wieder Sachlichkeit und nüchternes Denken unter Beweis gestellt, indem sie gerade nicht für eine generelle Freigabe von Pyrotechnik in deutschen Stadien eingetreten ist, sondern, wie jedem klar sein muss, der sich auch nur minimal kundig gemacht hat, für ein kontrolliertes Abbrennen von Pyromaterial unter Ausschluss von Knallkörpern ("Böllern") sowie selbstverständlich gegen jegliches Werfen derartigen Materials auf Personen oder in Richtung Spielfeld. Pyro gehört in die Hand und nur in die Hand verantwortungsvoller und somit im Vorfeld ausgewählter Personen. Wieso sich der DFB nun anmaßt, bundesweit über die Köpfe der einzelnen Vereine hinweg entscheiden zu wollen und zu dürfen, bleibt eine offene Frage, wie die Initiative Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren in ihrer jüngsten Stellungnahme bezeugt;  denn schließlich hat man sich immer - im Sinne des Hausrechts der einzelnen Vereine - für eine lokale Genehmigungspraxis pyrotechnischer Aktionen eingesetzt und diese beinhaltet die Zusammenarbeit auf lokaler Ebene mit Vereinen, Sicherheitsberatern, Polizei, Feuerwehr und Ordnungsämtern; vergleiche hierzu auch die unten verlinkte Stellungnahme der Initiative.


Wir sind enttäuscht darüber, dass der DFB eine Diskussion für beendet erklärt. Er zeigt damit, dass es ihm nicht um eine Gesprächskultur unter gleichberechtigten Partnern geht, sondern vielmehr um die Aussprache eines Machtworts. Insofern bleibt ebenso die Frage offen, warum man anfangs überhaupt Gesprächsbereitschaft signalisiert hat, wenn doch die Rechtslage ohnehin eindeutig sei, da sie - so der DFB in seiner Erklärung - eine Verwendung von Pyrotechnik durch Besucher bzw. Fans grundsätzlich untersage.

Besonders erschreckend ist in dem Zusammenhang auch die Tatsache, dass man beim DFB offenbar glaubt, man könne eine Gewaltproblematik lösen, indem man nun reflexartig auf verstärkte Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz setzt. Polizei und Justiz können nur Symptome bekämpfen und Strafen verhängen; viel wichtiger aber wäre es, nach den Ursachen der Gewalt in den Stadien zu forschen und sie im Vorfeld zu verhindern. Gewalt ist falsch, aber um ihre Ursachen zu begreifen, helfen Etiketten wie "Krawallmacher" oder "Randalierer" nicht weiter. Der gesamte Fußball ist in einem Ausmaß der Regulierung und Reglementierung, der Kapitalisierung und Kommerzialisierung unterworfen, die einen schlichtweg erbrechen lässt. Diese Phänomene sind auch Quellen der Aggression, ohne dass wir hiermit Gewalt als Ausweg gutheißen. Aber wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Aggressionen dort befördert werden, wo den Menschen das Vergnügen des kleinen Mannes, der Fußball, rücksichtslos genommen und in ein profitorientiertes Spektakel umgewandelt wird, das sich bald nur noch die Besserverdienenden werden leisten können. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es Menschen gibt, die sich nicht kontinuierlich mit vorgefertigten Show-Elementen zudröhnen und bespaßen lassen wollen, nur damit der Euro besser in der Kasse klingelt. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es immer noch Menschen gibt, die diesen durchgestylten Fußball nicht wollen, sondern den Fußballsport als den ihren betrachten, den sie auch selber gestalten oder zumindest mitgestalten wollen; eben auch durch eine atmosphärisch schöne und gelungene pyrotechnische Aktion in kontrollierter Form.


Wo hyperreguliert und hyperreglementiert wird, wo Polizei auf Verdacht gewaltsam ganze Fanblöcke stürmt und ihre Macht demonstriert, indem sie Unbeteiligte in Reizgasnebel hineinzieht und Körperverletzung als Mittel der "Prävention" in Kauf nimmt, um das Zünden von Pyromaterial zu verhindern - überall, wo solches geschieht, wird nicht de-eskaliert, sondern zur Eskalation beigetragen. Überall dort, wo demonstriert wird: Wir wollen euch und eure Kultur im Grunde nicht haben, wie benutzen euch zwar, um mit der "tollen Atmosphäre im Stadion" Reklame zu machen, aber gleichberechtigte Gesprächspartner seid ihr für uns nicht: Überall dort wird Frustration geschürt, Wut erzeugt und Kommunikation zerstört.

Fleißige Journaillenschreiber beschwören gerne das "Familien-Event" Fußball - obwohl auch zu Zeiten des Parkstadions und anderer Fußballplätze unter weitestgehend freiem Himmel die Kurven nicht Orte des Gruppenkuschelns waren, an denen sich Mütter mit Kleinkindern aufhielten, obwohl es auch damals in den Kurven rauh zuging, wenn vom Gegner stibitzte Trophäen in Form von Schals abgefackelt wurden, obwohl auch damals schon Bengalos gezündet wurden, obwohl es früher keine Ultras gab, denen man die Schuld für solche Ereignisse in die Schuhe hätte schieben können, obwohl, obwohl, obwohl... Der Fußballplatz ist traditionell ein Ort der Emotionen - nur: Emotionen sind nicht immer nur positiv. Emotionen, das heißt nicht nur: Wir machen LaOla, schwenken von Sponsor oder DFB bereitgestellte Fähnchen und verhalten uns politisch korrekt. Emotionen heißt auch: Es wird geflucht, es gibt Schmähgesänge, es wird gepfiffen und geschimpft, ja, es wird auch beleidigt. Als dies tragen AlphaUltras mit, solange es nicht die Menschenwürde verletzt - für uns ist Schluss, wenn Menschen für tot erklärt oder in Form von Puppen an irgendwelchen Brücken aufgehängt werden. Aber wir verstehen, dass das Fußballstadion für den Fan nicht einfach ein Ort des guten Benehmens ist, sondern auch ein Ort des Dampfablassens, des Sich-Abreagierens, Himmel und Hölle zugleich, Ort der Liebe und Ort der Wut, Ort des Enthusiasmus, aber auch Ort des Fanatismus. 

Ultras, die meisten sicher in jugendlichem Alter, doch einige auch im Erwachsenenalter, sehen die Kurve als ihre Kurve, als einen Ort der Freiheit, den sie aktiv und kreativ gestalten wollen. Sie tun das Wochenende für Wochenende, unter unglaublichem Einsatz von Zeit und Geld, unter Einsatz ihrer Kraft, ihrer Phantasie und ihrer künstlerisch gestaltenden Ideen in Form von Bannern, Doppelhaltern, Gesängen und Choreos. Sie tun das nicht, um Anerkennung von außen zu heischen, sondern sie tun das aus Liebe und Zuneigung zu ihrer Tradition, zu ihrem Verein und sie tun das, um sich als Gruppe zu formieren und um Gemeinschaft zu erleben. Insofern ist die Kurve eines Vereins bedeutungsvoll und von unschätzbarem Wert für jeden Verein. DAS aber hat man beim DFB offensichtlich nicht begriffen! Ob man es will oder nicht: Es sind heute die Ultragruppierungen in den deutschen Stadien, die Leben und Farbe in die von Eventkultur, überbezahlten Profis, Fanboxblödsinn, Show- und Werbeeinlagen, Horrorpreisen für Getränke, gepolsterten Sitzen und teuren VIP-Lounges zerfressene Fußballwelt tragen!

Welche Bedeutung hat das Wort Atmosphäre für die Zuschauer von heute? Außerhalb unserer Nordkurve kann man sich die Seele aus dem Leib singen, wenn man Glück hat, findet man ein paar Menschen, die sich zum rhythmischen Klatschen aufraffen oder wenigstens den Schal beim Vereinslied hochhalten, dieses aber oft gar nicht singen können. Ansonsten ist man eher von Friedhofsruhe umgeben und bekommt unter Umständen, wenn das Spiel nicht so ausgeht, wie es erhofft wurde, zum Abschluss von einem frustrierten Mitschalker noch einen rücksichtslos weggeschleuderten Bierbecher übergebraten verbunden mit ein paar dämlichen Beleidigungen, wenn man sich dagegen zur Wehr setzt. Des Weiteren wird gequalmt, was das Zeug hält, die Aufrufe zum freiwilligen Verzicht auf die Fluppe verpuffen im Nikotinnebel. Und während all dies passiert, während man bei jedem Spiel eine systematische Körperverletzung durch rauchende Zeitgenossen in Kauf nimmt, nur, um dabei sein zu können, wird eine scheinheilige Debatte über die Gesundheitsrisiken von Pyrotechnik geführt und es werden absurde Sprüche geklopft à la: Man müsse begreifen, dass ein Stadion kein rechtsfreier Raum sei. Raucher haben das Recht, unsere Gesundheit im Stadion zu schädigen, denn schließlich steht es uns ja frei, zu Hause zu bleiben. Ebenso  kann man beispielsweise von anderen "Schalkern" mit Gegenständen beworfen werden, ob absichtlich oder unabsichtlich, in jedem Fall rücksichtslos und ohne jeglichen Respekt vor den besungenen 1000 Freunden, die doch angeblich zusammenstehen und man darf auch noch beleidigt werden, wenn man darauf aufmerksam macht, dass man als Schalker einen anderen Schalker nicht so behandelt - es fällt ja niemandem auf, aber ok: Wir gehen trotzdem wieder auf Schalke - wie Oppa Pritschikowski, bis wir verkalken, wir machen trotzdem weiter, egal, wer uns beleidigt.

Nur: Ein legal gezündeter Bengalo in den Händen einer verantwortungsvollen Person hingegen soll eine kriminelle Handlung darstellen oder wie sollen wir es verstehen, wenn eine gesamte sachlich vorgetragene Kampagne zur Legalisierung der Pyrotechnik öffentlich und beängstigend simpel diskreditiert wird als Instrumentarium zur Beförderung von Ausschreitungen?

DFB - Differenzierungswille fehlt beständig.